Dienstag, 5. Mai 2015

Wer ist FOFOA?
















Ab und an, wenn man Glück hat, stößt man in einschlägigen Foren und Blogs des Geldes und des Edelmetalls auf einen kryptischen Namen: FOFOA, oftmals verbunden mit Hashtags und Tags wie #gold, #freegold, #hyperinflation oder #deflation.

Auch ich beziehe mich gern auf ihn, habe ich doch so gut wie alles, was ich für mein privates Leben an Einsicht und Wissen in puncto Geld und Währung benötige, von ihm gelernt. Wer sich also FOFOA einmal anschauen will, für den gebe ich hier den Link zu einem leicht zu lesenden, von manchen FOFOA-Lesern als seinen besten Post gewerteten »Schlüssel-Aufsatz«:

http://fofoa.blogspot.de/2010/07/debtors-and-savers.html

… der zwei Jahre später noch eine Fortsetzung erfuhr:

http://fofoa.blogspot.de/2012/06/debtors-and-savers-2012.html

Was mich an diesem Mann fasziniert, sind mehrere Dinge:

  • sein stupende Wissen,
  • eine so nur selten erlebte Schärfe des Intellekts,
  • seine Gründlichkeit in der Argumentationsführung.

Hinzu kommt ein in vielen seiner Essays durchschimmernder feiner Humor sowie eine – wie soll ich es ausdrücken – zurückhaltende Menschlichkeit, mit der er den Leser anspricht: eben nicht in Form von Agitation und »Pass auf, jetzt werde ich Dich mal überzeugen«, sondern immer mit jener höflichen Distanz, die vielen Amerikanern zu eigen ist, im Sinne von »Hier habe ich etwas gefunden, aber Du entscheidest selbst, ob es für Dich tauglich ist oder nicht«.

Konsequent beteiligt sich FOFOA seit 2008 an keinen Internetdiskussionen mehr, man findet ihn in keinem Forum, in keinem Edelmetall-Blog, nirgendwo, und nicht einmal auf Twitter (@FOFOA999) lässt er sich auf größere Diskussionen ein.

Er lebt nach eigener Aussage ausschließlich von Spenden seiner Leser, und ich glaube ihm.

Addendum 15. Mai 2015: Seit Januar 2015 betreibt FOFOA ein zweites Blog, »Freegold Speakeasy«, das bis zum 10. Mai 2015 nur denjenigen offenstand, deren Spende ein nicht genanntes Maß überschritt. Nunmehr ist auch dieses Blog öffentlich: allerdings gegen eine halbjährliche Gebühr von 110 US-$ (60 Dollar-Cent pro Tag). Besonderheit von »Frreegold Speakeasy«: Kommentare sind zugelassen, Diskussion findet statt, er enthält Vorabversionen künftiger Posts, Posts, die nur hier erscheinen und Posts, die ausführlicher sind als im frei zugänglichen Blog. Kommentare auf dem Hauptblog wurden hingegen geschlossen – nicht zuletzt, weil er beliebter Tummelplatz geworden war von krankhaften Spammern und Trollen. FOFOA: »Auf Speakeasy schreibe und kommentiere ich häufiger als ich in manchen Jahren im Hauptblog. Es ist bisschen wie in den frühen Jahren, und es ist eine freundschaftlich gesinnte Gruppe. Das ist der Hauptgrund, warum ich damit begann.«

Da FOFOA anonym bleiben will, ist nicht allzu viel über ihn bekannt.
Es gab, 2012, ein einziges Interview mit ihm, in einer indischen Tageszeitung:

http://www.dnaindia.com/money/interview-an-interview-with-the-mysterious-reclusive-fofoa-1709250

Gesichert ist, dass er verheiratet ist, längere Zeit selbständig gewesen war und sich etliche Jahre spekulierend an der Börse und später in Silber engagiert hatte – und dass er heute nur noch etwas Silber besitzt, als »Erinnerung«.

Er hegt Sympathien und Achtung gegenüber der Österreichischen Schule:

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Schule

… wiewohl auch zu anderen Denkern und seriösen Schulen aus Wirtschaftswissenschaft und Volkswirtschaft. Und er ist ein Kenner der Spieltheorie (weshalb er einen gewisse Sympathie zeigt gegenüber dem griechischen Finanzminister Janis Varoufakis, der auf diesem Sektor promoviert und publiziert hatte).

http://fofoa.blogspot.de/2015/02/yanis.html

Ernsthafteren, gut durchdachten Konzepten bringt er jedoch immer auch gesunde Skepsis entgegen und zeigte nicht nur einmal entdeckte Schwachstellen und Lücken auf.

FOFOA ist für mich ein geradezu leuchtendes Beispiel, ja Vorbild für einen Menschen, der unbestechlich ist und abhold jeder Zugänglichkeit für Sektierertum und vorgefasster Ideologie: also ein Mensch, der sich ganz auf seinen eigenen Verstand verlässt, statt das Zeugs anderer Leute einfach nur unreflektiert nachzubeten.

Es gibt paar Videos, in denen er auftaucht, in einer kurzen Serie, in der er prominentere Leser seines Blogs vorstellt:

https://www.google.de/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#q=site%3Afofoa.blogspot.com%20debriefed

Zum Schreiben kam er, als er, wie er sagt, durch Zufall in einem Kitco-Forum auf merkwürdige, sehr andersartig wirkende Beiträge stieß, die sich über Jahre hinzogen und von einem anonymen »ANOTHER« stammten, später assisiert von einer weiteren Person, die sich anonym »FOA« nannte (zu lesen als »Friend of Another«).

Jene Texte enthielten nach FOFOAs Aussage derart tiefgründige, über die Tagesaktualität unserer Wirtschaftsnachrichten weit, weit hinausreichende Substanz, dass er sich mit ihnen eingehender zu beschäftigen begann und nach einige Zeit für sich selbst zu dem Schluss gekommen war, dass hier jemand spricht, der (a) ein exzeptionelles Hintergrundwissen besitzt, (b) offenbar zum sogenannten »Geldadel« gehört, also zu einer Schicht, die seit Jahrhunderten riesige Vermögen verwaltet und (c) Entwicklungen auf uns zukommen sah, die historisch einmalig und für jeden Menschen von einschneidender Bedeutung sein werden.

Glücklicherweise wurden diese alten Foren-Einträge gesichert; FOFOA hat in der Linkleiste seines Blogs auf sie verlinkt.

Spätere Abgleiche der Aussagen von ANOTHER und FOA ergaben eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass ANOTHER identisch ist mit Guy de Rothschild, in der Tat ein Grandseigneur des Geldes, aber eben auch der Kultur (weshalb seine bezeichnenderweise in Gold eingeschlagene Autobiographie den nicht minder bezeichnenden Titel »Geld ist nicht alles« trägt).

FOFOA kann man also als Abkürzung lesen für »FRIEND of FRIEND(S) of ANOTHER«.

Sein Blog ist heavy stuff insofern, als er mit heute (Stand Mai 2015) knapp 450 Essays eine Menge Zeitinvestment benötigt, bis man ihn ganz verdaut hat. Es gibt aber Schlüsselessays, die den Einstieg erleichtern. Einen nannte ich eingangs, weitere finden sich z.B. in der Liste eines seiner Leser hier:

https://matrixsentry.files.wordpress.com/2012/01/jr_s-suggested-rpg-freegold-reading-list2.pdf

Um FOFOA herum – die Zahl der Hits auf sein Blog nähert sich inzwischen der ersten Million (Mai 2015) – gibt es im Web nur wenig Aufhebens. Kaum ein Blog nimmt von ihm ernsthaft Notiz. Keine Handvoll befasst sich mit ihm regelmäßiger. Es gibt aber einige wenige Seiten, die auf ihn verweisen, darunter die Website des schon erwähnten Matrixs Entry:

https://matrixsentry.wordpress.com

Im deutschsprachigen Raum kenne ich nur einen einzigen Blogger, der regelmäßiger auf FOFOA Bezug nimmt. Ich meine den Wirtschaftsredakteur Nikolaus Jilch (Die Presse, Wien).

http://diepresse.com/home/blogs/goldjournal/index.do

Wie man sich diesem gewaltigen Konvolut an Text am besten nähern sollte, dafür gibt es unterschiedliche Ratschläge. Die einen bevorzugen, zuerst obige must-read-Liste abzuarbeiten. Andere empfehlen, ihn einfach von hinten (First Post) nach vorn zu lesen. Wieder andere empfehlen, beim ersten Lesen die zum Teil in die Hunderte gehenden Kommentare auszulassen. Andere empfehlen, Kommentare sofort mit einzubeziehen, weil sie z.T. noch gehaltvoller seien als die vorangehenden Essays selbst, und weil FOFOA gern Diskussionen, die in den Kommentaren stattfinden, zum Ausgangspunkt nimmt für neue Essays.

So gut wie alle FOFOA-Freunde aber betonen die Notwendigkeit eines »RRTFB« (re-read the fucking blog): weil sich erst so (wie übrigens bei vielen gehaltvollen Texten generell) die inhärente Logik und das Gefüge dieser »Brille« herauskristallisiert.

FOFOA selbst bezeichnet das Vermächtnis von ANOTHER und FOA  in der Tat gern als »Brille«, als »Lupe« (lens), also als These, die man prüfend über die Vorgänge in der Welt des Geldes und der Volkswirtschaften halten kann, um herauszufinden, ob getroffene Aussagen mit tatsächlichen, überprüfbaren Ereignissen übereinstimmen oder nicht.

Bislang gelang es weder ihm noch irgendeinem seiner Leser, einen substanziellen Bruch dingfest zu machen zwischen ANOTHER’s Analysen und Prognosen und dem, was sich heute in der (Finanz-)Welt tatsächlich abspielt.

Um zum Schluss zu kommen:

Seit ich FOFOA lese, vestehe ich das historische wie aktuelle Geschehen rund um Geld, Währung, Gold, Silber, Spekulation, Vermögen und Sparen besser je zuvor. Ähnliches konstatieren übrigens auch manche seiner Leser: dass ihr Betriebswirtschaftsstudium ihnen zwar zur Sortierung von Oberflächenphänomenen verholfen habe, sich ihnen aber erst durch FOFOAs Arbeiten versteckte Gesetze und Zusammenhänge erschlossen, von denen auf den Hochschulen so gut wie nichts zu erfahren sei.

Ich bin jedenfalls überaus dankbar, dass ich dieser ohne Zweifel herausragenden Persönlichkeit – wenigstens im Netz und via mancher Mail (fofoamail@gmail.com) – begegnet bin.