Freitag, 28. Februar 2014

Was ist Freegold?



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Freegold ist eine Theorie, ein Modell, das Ereignisse des Finanzmarkts beschreiben, verstehen und vorhersagen kann. 
Freegold is a way to view unfolding events as they happen. (...) It is not a description of what should be. — FOFOA
Eine der besten Zusammenfassungen, was Freegold sei, las ich in einem Post des Freegold-Kritikers tyrannyofthepresent. Der Post ist nicht mehr online, selbst die Wayback-Machine kennt ihn nicht, mir gefällt er aber gleichwohl:
Among the many prospective accounts of the future evolution of the monetary system, the “Freegold” theory is perhaps the most extreme, the most beautifully presented and the most vigorously defended of all. It is the brainchild of a blogger named “Friend of Friend of Another”, whose thoughts and community can be found at fofoa.blogspot.com.
This theory emerged and now exists in a context of online debates on economics and precious metals. It stands in opposition to the majority view now current in those debates, however, on a number of important points:
  • It is based primarily on the writings of two anonymous blog participants in the late 1990s called “Another” and “Friend of Another”, who claimed to have insights into secret plans and deals at the interface between the gold and crude oil markets.
  • It postulates a dramatic change in the financial system, after which highly valued physical gold will be the dominant wealth asset and suggests that gold is already being secretly traded at a hugely elevated price.
  • It maintains a powerful disdain for silver as a “mere commodity” which will fail to share gold’s place in the new system.
  • It expects a peaceful, although probably sudden, end to the dominant United States dollar system, a change facilitated by the creation of the euro currency with its supranational status and its marked-to-market central bank gold.
  • It expects fiat currencies to persist alongside gold in a new and stable global monetary system in which gold cannot be lent and forms the principal vehicle for international trade settlement.
  • Meanwhile it looks to central banks, wealthy individuals and/or sovereign wealth funds to trigger the expected sudden transition.
This theory explicitly holds out the startling prospect of a sudden 3000 percent rise in the price of physical gold to approximately $55,000 in today’s terms, transforming the lives of those who believe in the theory and invest in the metal but disappointing those who have delayed or invested in other assets – notably silver and “paper gold”.
Diese Zusammenfassung gefällt mir im Moment so gut, dass ich sie ins Deutsche übertragen will:
Unter den vielen Darstellungen, die die Entwicklung des künftigen Finanzsystem beschreiben, ist die »Freegold«-Theorie vielleicht diejenige, die am extremsten ist, aber auch am schönsten präsentiert und am entschiedensten verteidigt wird. Sie ist das geistige Produkt eines Bloggers, der sich »Friend of Friend of Another« nennt. Seine Gedanken und seine Lesergemeinde findet man auf fofoa.blogspot.com.
Diese Theorie entstand aus Online-Debatten über Ökonomie und Edelmetalle und wird in diesem Kontext gepflegt. Allerdings widerspricht sie der Sicht, die in diesen Debatten mehrheitlich bevorzugt wird, in wichtigen Punkten:
Sie beruht vornehmlich auf den Texten zweier anonymer Blogger, die in den späten 1990ern unter den Namen »Another« und »Friend of Another« gepostet hatten und damals behaupteten, Einsicht zu besitzen in geheime Pläne und Deals in Bezug auf Gold und die Rohöl-Märkte.
  • Sie postuliert einen dramatischen Wandel des Finanzsystems, in dessen Anschluss physisches Gold der dominierende Wertspeicher sein wird.
  • Sie behauptet, dass Gold in diesem Gold-Rohöl-Markt schon heute unter der Hand zu einem gewaltig höheren Preis gehandelt wird.
  • Für Silber, ein »reines Wirtschaftsgut«, hat diese Theorie nur VErachtung übrig: Es werde mitnichten mit Gold den Rang teilen, den dieses in dem neuen System einnehmen wird.
  • Sie geht von einem friedlichen, gleichwohl abrupten Ende des von den USA dominierten Dollar-Systems aus, ein Umbruch, der durch die Geburt des Euro erleichtert wird. Stichworte: supranationaler Status und Zentralbank-Gold, bewertet gemäß Börsenkurs.
  • Sie geht davon aus, dass in diesem neuen und stabilen globalen Geldsystem Fiat-Währungen parallel zu Gold Bestand haben werden, Gold allerdings dann nicht mehr ausgeliehen wird, sondern vornehmlich als Vehikel für den internationalen Zahlungsausgleich dient.
  • Bis es soweit ist, hat diese Theorie das Verhalten der Zentralbanken, der Superreichen und großen Vermögen im Blick, um herauszufinden, mit welchen Maßnahmen diese Adressen den plötzlichen Umschlag provozieren werden.
Diese Theorie geht von der erstaunlichen Annahme aus, dass durch diese Neubwertung von physischem Gold sein Preis sehr plötzlich um 3000 Prozent steigen wird, auf schätzungsweise 55.000 US-Dollar pro Feinunze, nach heutiger Kaufkraft: wodurch sich selbstredend die Lebensumstände derer, die dieser Theorie zuneigen und in physisches Gold investieren, dramatisch verändern werden – und diejenigen enttäuscht zurückbleiben, die zu spät kommen oder in andere, [vermeintlich ebenso aussrichtsreiche, ea] Güter investierten – insbesondere in Silber und »Papiergold«.
Doch wozu solch eine Theorie? Richtig: Wir benötigen sie nicht zwingend. Es genügt, zu verstehen: »Wert« ist eine Leistung unseres Bewusstseins und nicht »naturgegeben«. Werte speichern sollte man deshalb immer und nur dort, wo eine möglichst verlässliche (und das heißt immer nur: langfristige, globale) Übereinkunft bestand und besteht: »Das ist ein Wert.« Und also speichert man Werte in Gold. Kein anderer Gegenstand wird land-, zeit- und kulturübergreifend so sehr mit Wert assoziiert wie Gold.
Aber ist es nicht nett, von einer Theorie zu wissen, die die Wiederentdeckung dieses Wertspeichers für eine nahe Zukunft proklamiert?
Nur bleiben wir gelassen. »Nahe Zukunft« ist in Zeitläuften, die Jahrtausende umfassen, eventuell auch ein ganzes Jahrzehnt. Oder eben doch: der morgige Tag.

Vertrauen ist das Zauberwort


Es wird eine Zeit kommen, in der es keine Frage mehr sein wird, für niemanden: Papier und digitale Nullen sind kein dauerhafter Wert. Digitales ist immer nur kurzfristiges Mittel zum Zweck.
Der gescheiterte Versuch, Wertloses neu zu erfinden – ich spreche von Bitcoins –, war von vornherein Dummheit per se: solange man hoffte, damit Werte speichern zu können. Von einer Wertegenerierung ganz zu schweigen.
Woran scheiterten die Bitcoins? Am Vertrauen. An nichts und gar nichts anderem. Ein kleiner Rücksetzer (Bitcoin-Verbot in China), der Kollaps einer Börse (Mt Gox), und schon war das Vertrauen des Marktes dahin.
Der Wert eines Wertspeichers ist immer eine Funktion von Vertrauen. »Wert an sich« gibt es nicht. Der Schöpfung ist die Zusammensetzung ihrer Atome vollkommen egal. Wir sind es, die die Kategorie »Wert« einführen – und den Dingen Werte beimessen. Eine Leistung unseres Bewusstseins! Wer schläft, ahnt von seinem Reichtum nichts.
Selbst für Tiere gilt das schon. Nimm ihnen ihr Futter, und sie wehren sich. Leg ihnen ein Stück Gold ins Nest: und sie ignorieren es. Wert ist eine Funktion des Bewusstseins.
Wie soll man Werte also speichern? Es ist so einfach:
Such einen Gegenstand, der seit langer Zeit hohes Vertrauen genießt. Jahrzehnte sind besser als Jahre (insofern sind Bitcoins die dümmste aller möglichen Entscheidungen), Jahrhunderte besser als Jahrzehnte (insofern sind Anleihen kein guter Rat), Jahrtausende besser als Jahrhunderte (insofern ist Gold besser als Silber).
Fragt die Archäologen. Welche Münzen finden sie in ihren Ausgrabungsstätten? Silber. Selten Gold. Warum? Weil man Gold nicht vergrub, sondern aufbewahrte und weiterreichte. Warum wohl? Weil man Gold mehr vertraut! Silber hingegen ist allenfalls Kleingeld, von dem man sich sehr viel eher trennt, wenn die Entscheidung ansteht: »Was nehme ich mit? Was lasse ich da?«
Es gibt keinen Gegenstand auf dieser Erde, der seit so langer Zeit das Vertrauen der Menschen genießt wie Gold. Das ist kein Glaubensfakt. Sondern einfach nur – Fakt.
Also verhalten wir uns entsprechend: Wir speichern Werte vorzugsweise mit dem Medium, dem die Menschheit – aus welchen Gründen auch immer! – am liebsten vertraut. Und dem die Menschen, sobald das aufgeblasene, Dollar-gestützte internationale Finanzsystem kollabiert, auch im Westen wieder vertrauen werden.
Der Osten – China! Indien! – ist uns da ein kleines Schrittchen voraus.

Abbildung: By
Targaryen [Public domain], via Wikimedia Commons