Freitag, 10. Oktober 2014

Eine kurze Geschichte – in Gold

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Ich bin normalerweise keiner, der auf Silber einprügelt. Auch wer Silber ersteht, hat sich dabei was gedacht. Auch er möchte sein Erspartes aus dem Klammergriff der Spekulation befreien, es herausmanövrieren aus den Währungsturbulenzen. In der Hoffnung, es übersteht den großen Crash.

Ich gebe nur zu bedenken: Diesmal geht es um mehr. Diesmal steht ein globaler Crash eines Weltfinanzsystems vor der Tür. Wie wird die Welt reagieren? Was wird die Mehrheit der Menschen und der Großteil des Vermögens tun?

Ich hatte heute auf Goldreporter.de eine Diskussion angestoßen; Anlass war die erneut geäußerte Vermutung, für Silber stehe eine grandiose Zeit bevor. Was ich in Zweifel ziehe. Am Schluss tippte ich eine kleine Geschichte, eine Kurzgeschichte in Gold. Hier ist sie, leicht editiert:

»Trag Dein Silber zurück, zum Silberhändler. Und tausche es um.«

Auf dem weiten Feld der Währungen spielen sich Kämpfe ab, die von den Bewohnern einer Stadt nur erahnt werden können. Warum? Rings um die Stadt ist eine hohe Mauer gezogen. Und niemand hat Zutritt zu den Zinnen.
Niemand? Doch. Einige wenige haben Zutritt: Mitglieder eines mächtigen Geschlechts. Das Geschlecht der ZieBies. Erkennbar sind sie, wenn sie die Cafés der Stadt besuchen, an ihren diskreten Nadeln auf ihren Revers: »ZB«.
Viele in der Stadt grämen sich, weil sie nicht auch über die Zinnen schauen dürfen. Was geht da draußen vor? Jeder wüsste es gern.
Einige wenige aber lächeln still in sich hinein. Es sind die, die nicht nur nachplappern, sondern denken können. Sie treffen sich ab und an bei einem guten Wein und noch besserem Obst, und unterhalten sich: »Was, mein Bruder, haben die ZieBies in jüngster Zeit getan?«
»Sie haben Gold gehortet, viel, viel Gold. Um sich zu schützen vor Krise und Not.«
»Und nichts Neues? Kein Horten von Silber?«
»Nein. Kein Horten von Silber. Schon lange nicht mehr.«
»Hhm. Gut beobachtet, Bruder! Willst Du damit sagen, dass es gar nicht notwendig ist, selber auf die Zinnen zu steigen, um zu erkennen, was dort draußen vor sich geht?«
»Exakt, das will ich sagen. Ihr erkennt an den REAKTIONEN der Großen, der ZieBies, was dort draußen vor sich geht. Schaut, die Großen, die Alten, die die Welt schon länger beobachten als wir alle zusammen, sie wissen sehr genau, was auf uns zukommt. Der Tod des Grünen, er steht bevor. Und damit der Sturz aller Forderungen, die an den Grünen gebunden sind. Für diesen Tag X – und ich sage Dir, Bruder, er kommt nun schnell näher – wappnen sie sich. Seit langer, langer Zeit.«
»Und wie?«
»Sie halten Gold. Physisches Gold. Und sie haben vor vielen Jahren sogar eine Ersatzwährung aufgebaut, die den Grünen, wenn der Tag kommt, ablösen wird.«
»Den Remnibi?«
»Nein, den Euro. Beschützt von immerhin über zehntausend Tonnen Gold. Wieviel Gold hinter dem Remnibi steht, weiß kein Mensch. Die Goldreserven der Eurozone hingegen sind für jedermann sichtbar ausgewiesen.«
»Und warum kein Silber? Warum horten die Großen kein Silber?«
»Das, mein Junge, hat Tradition. Es kann immer nur EINEN Bezugspunkt für Werte geben. Nie zwei. Silber war am Ende immer nur das Kleingeld der Leute. Gold hingegen ist das, was man benutzt, um echte Werte zu speichern. Seit Jahrtausenden schon.«
»Das heißt, wenn das Papier verbrennt, wird es das Gold sein, in das die Vermögen flüchten werden?«
»Natürlich. Nur Gold. Stell Dir vor, wieviel Tresorraum Du für eine Milliarde Euro in Gold benötigst? Und wieviel für Silber?«
»Ja, und, wieviel?«
»Für Silber benötigst Du schon heute das einhundertfache Tresorvolumen. Allein schon deshalb, aber noch aus vielen, vielen anderen Gründen, sichert kein wirklich Vermögender in Silber. Bezugspunkt ist Gold.«
»Und das heißt für den Tag X?«
»Denk nach, Bruder. Was passiert, wenn alle Welt ins physische Gold strömen wird? Und auch nur EINE gefährdete Zentralbank ihre wertlos werdenden Auslandseserven in Gold umwandelt?«
»Dann gilt plötzlich wieder das Gesetz des Marktes. Physisches Gold …«
»… muss an Wert dramatisch steigen. Um Größenordnungen.«
»Und Silber?«
»Wird nicht wertlos. Es bleibt einfach nur, was es ist. Ein Industriemetall. Nett anzuschauen. Aber es wird von der Neubewertung physischen Goldes nichts mitbekommen. Genausowenig wie Reis, Kupfer, Öl oder Palladium. Denn vergiss nicht: …«
»… es kann immer nur EINEN Bezugspunkt …«
»… für Werte geben. Richtig.«
»Hhm. Und nun?«
»Trag Dein Silber zurück, zum Silberhändler. Und tausche es um. Gegen Gold. Noch gibt es welches für uns!«

Mittwoch, 4. Juni 2014

21 Zahlen zu Gold

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Am 4. Juni veröffentlichte Jan Skoyles auf The Real Asset Co. einen kleinen Aufsatz mit ergänzendem PDF, der eine Reihe frischer und älterer Daten über Gold zusammenfasst: Daten, die erneut deutlich belegen, dass wir Zeuge eines beachtlichen und sich rasch beschleunigenden »Goldtransfers von West nach Ost« geworden sind, hin zum asiatischen Mittelstand, der traditionell eine starke Affinität zu Gold besitzt. Da andererseits die Entdeckung neuer Goldvorkommen stark rückläufig ist und die Kosten für die Erschließung neuer Goldvorkommen explodieren, kann davon ausgegangen werden, dass Gold in absehbarer Zeit deutlich teurer werden wird.
Die wichtigsten Daten aus Skoyles’ Zusammenfassung (meine Bezifferung entspricht nicht der Skoyles’):
  1. Die US-Mittelschicht umfasste 2012 nur noch 50% der Bevölkerung (1970: 61%). Ähnlich Europa.*
  2. Chinas Mittelschicht hingegen wird 2021 doppelt so groß sein wie die gesamte Bevölkerung der USA.
  3. Ebenso in Indien: 2016 wird die Mittelschicht 267 Millionen betragen, ein Zuwachs gegenüber 2011 von 67%. 
  4. Die Mittelschicht Chinas und Indiens generiert die größte Nachfrage nach Gold: 2002: 23%, 2012: 47%, 2013: über 50%.
  5. Die globale Nachfrage nach Gold vergrößerte sich während des letzten Jahrzehnts um 42%.
  6. Die Goldproduktion blieb die letzten zehn Jahre konstant.
  7. Das Volumen neu entdeckten Goldes ist heute so niedrig wie nie zuvor. Während in den 1990ern jährlich noch ein Volumen von umgerechnet 100 Millionen Unzen neu entdeckt wurde, reduzierte sich dieses Volumen im nächsten Jahrzehnt auf gerade einmal 30 Millionen Unzen.
  8. 2007 bis 2011 deckten die Kosten für Entdeckung und Erschließung nur noch 56% des tatsächlich gewonnenen Goldes.
  9. Von 2005 bis 2011 sank der Feingoldanteil des geschürften Gesteins global um 23%. In den 10 größten Minen sank er um von 1998 bis 2012 um über 75%: von 4,6g/t auf nur noch 1,1g/t.
  10. 2013 werden die Gesamtkosten der Goldgewinnung auf durchschnittlich 1250 USD pro Unze geschätzt.
  11. Trotz Rekordinvestitionen von 8 Mrd. USD wurden 2011 nur noch vier Lagerstätten entdeckt, in denen mit mehr als 3 Millionen Unzen gerechnet werden kann.
  12. 2012 erreichte das Volumen neu entdeckter Lagerstätten den niedrigsten Stand seit 40 Jahren.
  13. Goldaktien haben, im Vergleich zum Goldpreis, inzwischen ein 10-Jahres-Tief erreicht. Der führende Gold-Index HUI wird derzeit mit 17,4% des Goldpreises gehandelt (25.03.14): der niedrigste Wert seit 2001.
  14. Von Oktober 2012 bis September 2013 steigerten sich die Goldimporte via Hongkong um 91%.
  15. Russland ist heute der viertgrößte Goldproduzent – und gleichzeitig einer der größten Käufer von Gold. 
  16. Russlands Zentralbank hat im letzten Jahrzehnt mehr Gold als jede andere Zentralbank erworben. Seine Goldreserven betragen jetzt über 1000 Tonnen, 70% mehr als noch 2010. Platz zwei: China.
  17. 2013 produzierten China und Russland zusammen 640 Tonnen: 20% der Weltproduktion. Der Markt sieht davon so gut wie nichts.
  18. Selbst wenn all dieses Gold vermarktet worden wäre, wäre dadurch nur ein Drittel der 2012-Goldnachfrage Indiens und Chinas gedeckt worden (1648 Tonnen).
  19. 2012 erwarben die Zentralbanken global 534,6 Tonnen: der größte Zuwachs seit 1964. In Dollar: 2012 wurden dafür 235 Mrd. ausgegeben – ein Allzeithoch und ein 17%iger Zuwachs gegenüber 2011, trotz niedrigerer Goldpreise.
  20. Im April 2013 erreichte in den USA der Abverkauf von Goldmünzen ein Drei-Jahres-Hoch; bis Oktober 2013 war schon mehr Gold verkauft worden als im ganzen Jahr 2012.
  21. Weltweite Goldanlagen (Barren, Münzen, Medaillen) betrugen 2008 noch 800 Tonnen. 2012 hatte sich diese Zahl verdoppelt (1600 Tonnen).
Jan Skoyles: »Die Welt ist Zeuge eines beachtlichen und raschen Transfers des Reichtums von West nach Ost. 2030 werden die Asiaten 64% der Mittelschicht ausmachen, eine Bevölkerungsgruppe mit historisch wie kulturell starker Affinität zum Goldbesitz. Ein Transfer, der sich beschleunigt, während gleichzeitig Entdeckungen bedeutenderer Goldvorkommen rückläufig sind, trotz steigender Investitionskosten.«
Gemäß einer Vorhersage der OECD werde sich China bis 2016 zur weltgrößten Volkswirtschaft entwickelt haben. China sei aber heute schon der weltweit größte Goldproduzent und habe darüber hinaus begonnen, weltweit Goldminen aufzukaufen.
All diese spreche für künftig deutlich steigende Goldpreise.

Wer allerdings FOFOAs Arbeit verfolgt, weiß, dass diese Daten nur die eine Seite der Medaille sind. Die andere Seite ist, dass schon jetzt der Preis für physisches Gold alles andere, nur kein echter Marktpreis ist. Vielmehr wird die Preisfindung überlagert von einem um den Faktor 100 größeren Handelsvolumen aus sogenanntem »Papiergold«: Futures, Optionen und ETFs auf Gold, kaum gedeckt durch irgendeinen physischen Gegenwert. Bricht dieser Papiergoldmarkt zusammen, wird der Preis physischen Goldes um Größenordnungen in die Höhe getrieben werden (»Neubewertung von Gold«, »Freegold«). Denn anders lässt sich dann der immer notwendige freie Fluss des Goldes nicht mehr garantieren.

* Alle Quellen: siehe Skoyles.

Freitag, 28. Februar 2014

Was ist Freegold?



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Freegold ist eine Theorie, ein Modell, das Ereignisse des Finanzmarkts beschreiben, verstehen und vorhersagen kann. 
Freegold is a way to view unfolding events as they happen. (...) It is not a description of what should be. — FOFOA
Eine der besten Zusammenfassungen, was Freegold sei, las ich in einem Post des Freegold-Kritikers tyrannyofthepresent. Der Post ist nicht mehr online, selbst die Wayback-Machine kennt ihn nicht, mir gefällt er aber gleichwohl:
Among the many prospective accounts of the future evolution of the monetary system, the “Freegold” theory is perhaps the most extreme, the most beautifully presented and the most vigorously defended of all. It is the brainchild of a blogger named “Friend of Friend of Another”, whose thoughts and community can be found at fofoa.blogspot.com.
This theory emerged and now exists in a context of online debates on economics and precious metals. It stands in opposition to the majority view now current in those debates, however, on a number of important points:
  • It is based primarily on the writings of two anonymous blog participants in the late 1990s called “Another” and “Friend of Another”, who claimed to have insights into secret plans and deals at the interface between the gold and crude oil markets.
  • It postulates a dramatic change in the financial system, after which highly valued physical gold will be the dominant wealth asset and suggests that gold is already being secretly traded at a hugely elevated price.
  • It maintains a powerful disdain for silver as a “mere commodity” which will fail to share gold’s place in the new system.
  • It expects a peaceful, although probably sudden, end to the dominant United States dollar system, a change facilitated by the creation of the euro currency with its supranational status and its marked-to-market central bank gold.
  • It expects fiat currencies to persist alongside gold in a new and stable global monetary system in which gold cannot be lent and forms the principal vehicle for international trade settlement.
  • Meanwhile it looks to central banks, wealthy individuals and/or sovereign wealth funds to trigger the expected sudden transition.
This theory explicitly holds out the startling prospect of a sudden 3000 percent rise in the price of physical gold to approximately $55,000 in today’s terms, transforming the lives of those who believe in the theory and invest in the metal but disappointing those who have delayed or invested in other assets – notably silver and “paper gold”.
Diese Zusammenfassung gefällt mir im Moment so gut, dass ich sie ins Deutsche übertragen will:
Unter den vielen Darstellungen, die die Entwicklung des künftigen Finanzsystem beschreiben, ist die »Freegold«-Theorie vielleicht diejenige, die am extremsten ist, aber auch am schönsten präsentiert und am entschiedensten verteidigt wird. Sie ist das geistige Produkt eines Bloggers, der sich »Friend of Friend of Another« nennt. Seine Gedanken und seine Lesergemeinde findet man auf fofoa.blogspot.com.
Diese Theorie entstand aus Online-Debatten über Ökonomie und Edelmetalle und wird in diesem Kontext gepflegt. Allerdings widerspricht sie der Sicht, die in diesen Debatten mehrheitlich bevorzugt wird, in wichtigen Punkten:
Sie beruht vornehmlich auf den Texten zweier anonymer Blogger, die in den späten 1990ern unter den Namen »Another« und »Friend of Another« gepostet hatten und damals behaupteten, Einsicht zu besitzen in geheime Pläne und Deals in Bezug auf Gold und die Rohöl-Märkte.
  • Sie postuliert einen dramatischen Wandel des Finanzsystems, in dessen Anschluss physisches Gold der dominierende Wertspeicher sein wird.
  • Sie behauptet, dass Gold in diesem Gold-Rohöl-Markt schon heute unter der Hand zu einem gewaltig höheren Preis gehandelt wird.
  • Für Silber, ein »reines Wirtschaftsgut«, hat diese Theorie nur VErachtung übrig: Es werde mitnichten mit Gold den Rang teilen, den dieses in dem neuen System einnehmen wird.
  • Sie geht von einem friedlichen, gleichwohl abrupten Ende des von den USA dominierten Dollar-Systems aus, ein Umbruch, der durch die Geburt des Euro erleichtert wird. Stichworte: supranationaler Status und Zentralbank-Gold, bewertet gemäß Börsenkurs.
  • Sie geht davon aus, dass in diesem neuen und stabilen globalen Geldsystem Fiat-Währungen parallel zu Gold Bestand haben werden, Gold allerdings dann nicht mehr ausgeliehen wird, sondern vornehmlich als Vehikel für den internationalen Zahlungsausgleich dient.
  • Bis es soweit ist, hat diese Theorie das Verhalten der Zentralbanken, der Superreichen und großen Vermögen im Blick, um herauszufinden, mit welchen Maßnahmen diese Adressen den plötzlichen Umschlag provozieren werden.
Diese Theorie geht von der erstaunlichen Annahme aus, dass durch diese Neubwertung von physischem Gold sein Preis sehr plötzlich um 3000 Prozent steigen wird, auf schätzungsweise 55.000 US-Dollar pro Feinunze, nach heutiger Kaufkraft: wodurch sich selbstredend die Lebensumstände derer, die dieser Theorie zuneigen und in physisches Gold investieren, dramatisch verändern werden – und diejenigen enttäuscht zurückbleiben, die zu spät kommen oder in andere, [vermeintlich ebenso aussrichtsreiche, ea] Güter investierten – insbesondere in Silber und »Papiergold«.
Doch wozu solch eine Theorie? Richtig: Wir benötigen sie nicht zwingend. Es genügt, zu verstehen: »Wert« ist eine Leistung unseres Bewusstseins und nicht »naturgegeben«. Werte speichern sollte man deshalb immer und nur dort, wo eine möglichst verlässliche (und das heißt immer nur: langfristige, globale) Übereinkunft bestand und besteht: »Das ist ein Wert.« Und also speichert man Werte in Gold. Kein anderer Gegenstand wird land-, zeit- und kulturübergreifend so sehr mit Wert assoziiert wie Gold.
Aber ist es nicht nett, von einer Theorie zu wissen, die die Wiederentdeckung dieses Wertspeichers für eine nahe Zukunft proklamiert?
Nur bleiben wir gelassen. »Nahe Zukunft« ist in Zeitläuften, die Jahrtausende umfassen, eventuell auch ein ganzes Jahrzehnt. Oder eben doch: der morgige Tag.

Vertrauen ist das Zauberwort


Es wird eine Zeit kommen, in der es keine Frage mehr sein wird, für niemanden: Papier und digitale Nullen sind kein dauerhafter Wert. Digitales ist immer nur kurzfristiges Mittel zum Zweck.
Der gescheiterte Versuch, Wertloses neu zu erfinden – ich spreche von Bitcoins –, war von vornherein Dummheit per se: solange man hoffte, damit Werte speichern zu können. Von einer Wertegenerierung ganz zu schweigen.
Woran scheiterten die Bitcoins? Am Vertrauen. An nichts und gar nichts anderem. Ein kleiner Rücksetzer (Bitcoin-Verbot in China), der Kollaps einer Börse (Mt Gox), und schon war das Vertrauen des Marktes dahin.
Der Wert eines Wertspeichers ist immer eine Funktion von Vertrauen. »Wert an sich« gibt es nicht. Der Schöpfung ist die Zusammensetzung ihrer Atome vollkommen egal. Wir sind es, die die Kategorie »Wert« einführen – und den Dingen Werte beimessen. Eine Leistung unseres Bewusstseins! Wer schläft, ahnt von seinem Reichtum nichts.
Selbst für Tiere gilt das schon. Nimm ihnen ihr Futter, und sie wehren sich. Leg ihnen ein Stück Gold ins Nest: und sie ignorieren es. Wert ist eine Funktion des Bewusstseins.
Wie soll man Werte also speichern? Es ist so einfach:
Such einen Gegenstand, der seit langer Zeit hohes Vertrauen genießt. Jahrzehnte sind besser als Jahre (insofern sind Bitcoins die dümmste aller möglichen Entscheidungen), Jahrhunderte besser als Jahrzehnte (insofern sind Anleihen kein guter Rat), Jahrtausende besser als Jahrhunderte (insofern ist Gold besser als Silber).
Fragt die Archäologen. Welche Münzen finden sie in ihren Ausgrabungsstätten? Silber. Selten Gold. Warum? Weil man Gold nicht vergrub, sondern aufbewahrte und weiterreichte. Warum wohl? Weil man Gold mehr vertraut! Silber hingegen ist allenfalls Kleingeld, von dem man sich sehr viel eher trennt, wenn die Entscheidung ansteht: »Was nehme ich mit? Was lasse ich da?«
Es gibt keinen Gegenstand auf dieser Erde, der seit so langer Zeit das Vertrauen der Menschen genießt wie Gold. Das ist kein Glaubensfakt. Sondern einfach nur – Fakt.
Also verhalten wir uns entsprechend: Wir speichern Werte vorzugsweise mit dem Medium, dem die Menschheit – aus welchen Gründen auch immer! – am liebsten vertraut. Und dem die Menschen, sobald das aufgeblasene, Dollar-gestützte internationale Finanzsystem kollabiert, auch im Westen wieder vertrauen werden.
Der Osten – China! Indien! – ist uns da ein kleines Schrittchen voraus.

Abbildung: By
Targaryen [Public domain], via Wikimedia Commons