Freitag, 9. November 2012

Der Goldene Schwan


Der Goldene Schwan taucht auf.
Der Goldene Schwan taucht – anders als der Schwarze Schwan – geschichtlich nur äußerst selten auf: und übertrifft also an Überraschung und Wirkung alles, was vorstellbar ist.

Der weiße Schwan ist die Regel: Tagesereignisse sind weiße Schwäne, stellen das dar, was wir von ihnen erwarten, sind über weite Strecken vorhersehbar. Sie machen die Welt aus, so, wie sie uns geläufig ist.

Der Schwarze Schwan ist die schon nicht mehr alltägliche, aber durchaus geläufige Ausnahme. Der Schwarze Schwan ist eine Überraschung, weil er den gewohnten Gang der Dinge unterbricht. Nur dass wir wissen, dass er irgendwann auftauchen wird:
  • Der »unerwartete« Terrorangriff. 
  • Das »unerwartete« Erdbeben. 
  • Die »unerwartete« Firmenpleite. 
  • Der »unerwartete« Staatsstreich.
All solche Dinge sind normal – aber doch schon so selten und so schwer vorhersehbar, dass es sinnlos wäre, sie in unsere minutiösen Planungen und Prognosen einzubauen.
Wir wissen nur, dass mit dieser Art von Überraschung gerechnet werden muss: stündlich, täglich. Nur wann, das steht in den Sternen. Wir kennen nur die Geschichte und sehen, wie der Schwarze Schwan immer und immer wieder aufgetaucht war und also immer und immer wieder auftauchen wird.
Der Schwarze Schwan ist, so überraschend sein Auftreten auch immer wieder ist, über weite Strecken sogar kalkulierbar. Risikoversicherungen können im Vorgriff Rücklagen bilden, Staaten können Reserven bilden (Rettungstruppen, Vorräte, Gerät), Scouts können auf die Suche nach frühen Anzeichen gehen, Trendforscher können hochrechnen und die Wahrscheinlichkeiten bestimmen, mit denen der nächste Schwarze Schwan auftauchen könnte. Nur das Ob und das Wann bleiben im Dunklen.

Der Goldene Schwan hingegen ist historisch so selten, dass sein Auftauchen praktisch unwahrscheinlich ist, für jedes Menschenleben. Weshalb seine Prognose müßig ist. Seltene Male in der Geschichte sehen wir sein Aufleuchten, aber er kündigte sich durch nichts und niemanden an und war durch nichts vorhersehbar.
Niemand weiß, was alles Goldener Schwan sein kann. Niemand kennt auch seine Größe. Niemand kennt sein Kommen. Niemand kennt seine Gestalt.
Selten, dass eine geschichtliche Epoche sich an mehr als nur einen Goldenen Schwan erinnert. Der Goldene Schwan ist das Ereignis, das einem Äon den Stempel aufdrückt:
  • Der Einschlag eines Asteroiden.
  • Das Mega-Erdbeben.
  • Der Ausbruch des Supervulkans.
  • Die Erfindung des Feuers.
  • Die Erfindung des Rades.
  • Die Geburt eines Religionsstifters.
  • Die Erfindung des Buchdrucks.
  • Die Entdeckung der Elektrizität.
  • Die Erfindung des Telefons.
  • Die Erfindung des Internet. 
  • 9/11?
All das sind keine Schwarzen Schwäne mehr. Diese Ereignisse haben den Gang der Dinge entweder nur sehr langsam, dafür aber umso nachhaltiger verändert, oder sie haben unmittelbar und sofort den Lauf der Dinge derart drastisch umgelenkt, dass sie alles Vorhersehbare, alles zu Erwartende, alles Vorstellbare weit, weit in den Schatten gestellt haben. Oft sind Goldene Schwäne nur im Rückblick erkennbar. Und doch griffen sie so massiv ein in den Lauf der Weltgeschichte – global, umfassend, durchdringend –, wie keinem Schwarzen Schwan dies je möglich gewesen wäre.
Das Erdbeben, das von einem Tag auf den anderen unsere Kalkulationen umwirft, ist dort, wo es häufiger auftritt, kalkulierbar. Man kann den Hausbau danach ausrichten, man kann hochsensitive Frühwarnsysteme installieren, man kann Rettungssysteme vorhalten und also gewappnet sein. Man kennt nicht sein nächstes Datum. Aber man weiß, dass es solch ein Datum aller Wahrscheinlichkeit nach in dieser oder einer sehr nahen nächsten Generation wieder geben wird.
Die geschichtsverändernde Entdeckung hingegen ist nicht kalkulierbar.
Der Meteoreinschlag ist nicht kalkulierbar. (Es gibt Himmelsobjekte, die sich so schnell durchs Weltall bewegen, dass ihre Entdeckung nach allem praktischem Belang schon so gut wie zusammenfällt mit dem Moment ihres Einschlags.)
Die weltverändernde Entdeckung folgt selten einer Not, sondern meist einem unkalkulierbaren Einfall.

In diesem Sinn ist Freegold, dessen Blogs mich zu diesem Blog inspiriert hatten, ein Schwarzer Schwan: Man kann das Freegold noch nicht sehen, aber man weiß, kann zumindest herleiten, dass es existiert und dass es unweigerlich zum Vorschein kommen wird, sobald einige klar umrissene Voraussetzungen gegeben sind. (Sollte sich aber erweisen, dass Freegold kettenreaktionsfähig ist und am Ende zahllose kulturelle, wirtschaftliche, soziale und wissenschaftliche Nachbeben hervorrufen wird, dann wird es zum Goldenen Schwan.)

Ähnlich wie ANOTHER in seinem Feld bin auch ich in meinem ein Insider. Und berichte aus dieser Insiderkenntnis heraus von einem Goldenen Schwan: der schon groß und mächtig am Horizont aufzutauchen beginnt. Noch aber schaut die Welt zu diesem Horizont nicht hin: und sieht ihn nicht. Und sähe sie ihn, sie verstünde ihn nicht.

Der nächste Beitrag ist in Arbeit: und wird sich diesem Goldenen Schwan unserer Zeit auf erste Sichtweite nähern. Wie der Schwarze Schwan Freegold wird auch dieser Goldene Schwan, von dem ich zu berichten habe, zahlreiche Blogposts erforderlich machen – bis sein ganzes Ausmaß, seine ganzen kulturellen und historischen Verästelungen sichtbar und verständlich geworden sind.

Ich hoffe, dass es mir gelingt, so schnell zu sein, dass dieses Blog nicht überrollt wird von dem Gang der Ereignisse, sozusagen überrollt vom Goldenen Schwan selbst. Andererseits wäre das ein Riesengewinn: Denn jedermann auf diesem Planeten wartet schon auf genau diesen Goldenen Schwan. Vermutlich selbst diejenigen, die bislang von seiner Abwesenheit noch profitieren konnten.

Und wie der freundliche FOFOA möchte auch ich ab jetzt jeden Post mit einem Gruß beenden:

mit einem freundlichen Gruß.
Stay tuned.

Dienstag, 6. November 2012

Dawn of the Freegold Age


Ich hatte Freunden versprochen, nach Beendigung der Lektüre der berühmtem ANOTHER-, FOA- und FOFOA-Posts eine Zusammenfassung zu Papier zu bringen. Das wird sich hinziehen: Das komfortable Offline-PDF (ohne FOFOA) besteht aus 400 Seiten ;) Außerdem: Solche Zusammenfassungen gibt es längst, und es ist für jeden Geschmack etwas dabei, von sehr kurz bis lang:
Die beiden letzten sind die kürzesten.

All diese Links (bis auf den letzten) finden sich auf der Randspalte von FOFOAs Blog unter »Links«.

FOFOA selbst formulierte in einer Mail an mich anschaulich, wie die Freegold-Automatik zustandekommt:

Gold sei wie ein unbeweglicher Berg, der von Tonnen des Fiat-Geldes zugeschneit worden sei und immer noch weiter zugeschneit werde. Kein Gold sei mehr sichtbar. Doch die Fiat-Schneebretter würden unweigerlich ins Rutschen kommen – und dann das Gold wieder freilegen. Zitat:
Freegold is simply the void left when the avalanche comes down.  Think of a snowpack on a mountain.  Its growing weight (it’s still snowing) and its melting connection with the mountain is the deterioration in the current system.  Gravity will bring it down even if we are all sound asleep at that time.  No consciousness required.  That’s how I see Freegold.  It is »what's left« when »what is« fails.  Freegold is the actual mountain once gravity brings the avalanche down.  The good parts of Freegold which seem to resemble something the collective consciousness would want to achieve anyway are a matter of perception.  They are not dependent upon collective conscious acceptance.  But if you think deeply about them and understand the forces behind them you will see how and why they will be readily accepted, embraced and then defended by the collective consciousness.
Gold wird, so interpretiere ich das Freegold-Konzept bislang, dann zurück(?)finden zu seiner ursprünglichen Größe und Funktion: wird dann kein Tauschmittel mehr sein (wie heute z.B. im Ölgeschäft), sondern alleinig Speichermedium für Vermögen (Ersparnisse). Kein Missbrauch mehr im Sinne einer Pseudo»währung«.

Sein Wert in Währung wird dann vielmehr vollkommen flexibel sein, »frei«: je nach Stärke und Umlaufgeschwindigkeit der jeweiligen Währung. Also keine staatlich verordnete Festsetzung mehr eines sog. »Goldstandards« (bis 1971 = 35$/oz). (Der Staat könnte theoretisch versuchen, solch einen Goldstandard neu festzusetzen: Aber er würde kläglich scheitern. Denn wenn niemand mehr dem Fiat-Geld und nur noch dem Gold als echten Wertspeicher vertraut, dann wird niemand mehr bereit sein, diesen Wert für einen Apple oder ein Ei herzugeben.)

Freegold wird wie von selbst »erscheinen«: wenn das Fiat-System zusammenbricht (= endgültig an Vertrauen verliert).

Was ich noch besser verstehen möchte (doch dazu braucht es mehr Lektüre, und »meine« Zusammenfassung mag dann auch kommen):

In der ersten Phase unmittelbar nach dem Crash wird Gold spottbillig werden (vielleicht aufgrund eines letzten Kraftaktes der Manipulation?) – aber nirgends mehr zu haben sein. Jeder, der halbwegs bei Verstand ist und nicht in allergrößter Not, wird es behalten und bewahren. Die Händler eingeschlossen.

Kurze Zeit später wird Gold explosionsartig seinen eigentlichen Wert einnehmen (in Dollar angeblich eine Verdreißigfachung; ca. 55.000 $/oz, in Euro eine Verzehnfachung, 14.000 €/oz): denjenigen echten Marktwert jedenfalls, für den der Markt bereit ist, sich von der einen oder anderen Unze zu trennen.

Ich wünsche Ihnen einen goldenen, sonnigen Herbst.

Nachtrag 7.11.2012: 

FOFOAs Originalformulierung eingefügt, kleinere stilistische Änderungen.